## Zusammenfassung Rating: 4/5 Man versteht, wieso dieses Buch so einflussreich, aber auch so umstritten war. Huntington hat viele große Ideen und man muss rückblickend sagen, dass er für (sehr) viele Entwicklungen ein gutes Näschen hatte. Die Treffsicherheit seiner Prognosen für künftige Entwicklungen und Konflikte aus dem Jahr 1995/6 heraus war wirklich überragend gut. Auch seine Überlegungen zu Bruchlinienkonflikten sind sehr aufschlussreich. Allerdings muss man natürlich festhalten, dass er dieses Buch aus einer dezidiert westlichen Perspektive schreibt (und es nach seiner Sichtweise auch gar nicht anders könnte) und an Stellen auch biologistisch argumentiert. Man kann leicht sehen, wie weniger gescheite Leser:innen Teile seiner Ausführungen nehmen und in Richtung des u.a. von Thilo Sarrazin vertretenen Rassismus wenden. Huntington selbst würde ich das jedoch nicht vorwerfen. Immer wieder betont er die Kontingenz sozialer Entwicklungen, sodass ich dem Buch 4 von 5 Sternen gebe. ## Notizen ### I Welt aus Kulturen - interessant ist auf jeden Fall, dass er [[Edward Said]] und [[Orient|Orientalism]] durchaus zur Kenntnis nimmt und dem zustimmt, gleichzeitig kritisiert, dass einfache Einteilungen der Welt in Nord/Süd oder Ost/West viel zu einfach sind - auf der anderen Seite argumentiert er aber ja für eine Einteilung in sechs oder sieben Kulturen und ich bin gespannt, wie/ob er diese Spannung argumentativ lösen kann - auch [[Fukuyama]]s [[End of History]] sieht er als widerlegt an und damit ist das Buch schon deutlich reflexiver, als ich es angenommen hatte - Hat spannende Passagen zu, wie er es nennt, „zerrissenen Ländern“, die aus mehreren Kulturen bestehen, u.a. [[Russland]] oder die [[Ukraine]], aber auch [[Mexiko]] und die [[Türkei]] - muss hier noch einiges ergänzen, was ich mir im Buch angestrichen habe, viele gute Ideen