Rating: 4/5 Ein Sammelband der etwas anderen Art. Die vier Autor:innen wechseln sich ab und beschreiben aus je ihren ganz eigenen Perspektiven den Rechtsruck in Ostdeutschland. Leistner klar soziologisch geprägt, Thériaut eher literarisch, Präkels und Pruschmann irgendwo dazwischen. Das ist oft richtig gut und teilweise auch sehr erkenntnisreich, auch für jemanden, der sich mit der Thematik schon intensiv befasst hat. Ich habe dabei besonders den unkonventionellen Blick von Thériault geschätzt, die als von außen Dazugekommene einen anderen Blick hat / haben kann, als jemand, der in diesen Zuständen aufgewachsen ist. Leistners soziologische Analysen sind darüber hinaus ebenfalls stichhaltig und aufschlussreich. Bei Präkels gefallen mir sowohl Stil, als auch der starke Fokus aufs Negative nicht so sehr, aber dennoch sind ihre Beiträge – ebenso wie die von Pruschmann – zum großen Teil ein Gewinn. Alles in allem ein tolles, lesenswertes Buch.